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RE: musikalische Stagnation

#16 von colorado ( Gast ) , 28.06.2009 07:57

" RockABIlly, wir geh’n ab!”
Mittwoch, den 24. Juni 2009 von nicole oppelt

Es gibt immer wieder Beispiele die hoffen lassen daß man aus der nun mehr 30 jährigen Stagnation endlich mal wieder rauskommt. Nachzulesen bei " Readers Edition ".

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RE: musikalische Stagnation

#17 von colorado ( Gast ) , 10.08.2009 12:56

Als reiferes Semester mit der Mentalität des Rhythm and Blues und langjähriger Praxis als Tanzmusiker muß ich feststellen daß viele heutiger Amateurmusiker jüngeren Jahrganges, besonders Drummer, derart einseitg festgelegt sind daß man sagen kann . " Die können garnichts mehr ". Ich habe es selbst erlebt als ich mit einem jüngeren Musiker eine große Familienfeier gestalten sollte. Alles, was über den Disco-Rhythmus hinausging, machte ihm Schwierigkeiten.

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RE: musikalische Stagnation

#18 von colorado ( Gast ) , 25.09.2009 18:59

Wenn junge Leute mal was Neues hören wollen, obwohl es eigentlich schon lange nichts wirklich Neues mehr gibt, dann würden viele bei der Musik der 50er und 60er fündig werden. Und wer musikalisch veranlagt ist wird feststellen, daß es so manche rhythmische Eigenheit, die als neu verkauft wird, schon damals gab. Einfach aus Neugier mal da reinhören, wenn man dem gleichmäßigen Trott der großen Herde nicht mehr folgen will.

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RE: musikalische Stagnation

#19 von colorado ( Gast ) , 30.11.2009 12:33

Habe gestern eine Fernsehsendung über Swing in Deutschland und Österreich während der Nazizeit gesehen. Da wurden auch ehemalige Swing-Musiker interviewt und sagten allerhand Interessantes.
Swing ist 4/4 Takt und betont auf 2 und 4. Die damals allgegenwärtige Marschmusik, ebenfalls 4/4 Takt, betont auf 1 und 3. Wenn ich mir den heute allgegenwärtigen Einheitsrhythmus anhöre erkenne ich gewisse Parallelen zur Marschmusik, was sich in rhythmischer Primitivität und Anspruchslosigkeit äussert.

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RE: musikalische Stagnation

#20 von springer ( Gast ) , 06.01.2010 11:12

Immer wieder interessant, wie Colorado sich in den unterschiedlichsten Musikgenres auskennt, wie ihm treffende Vergleiche gelingen, und dem mutigen Sachverstand wenig entgegenzusetzen ist. Mit Swing habe ich mich eigentlich jahrzehntelang gar nicht mehr beschäftigt. Ein Fehler: Denn ich habe selbst einige Platten, die jetzt gerade danach schreien, gehört zu werden. Colorado trägt dazu bei, dass es für mich überhaupt nicht möglich ist, in Langeweile zu verfallen.
Nun was zur Blasmusik: Ich habe dieses Genre schon immer gehasst. Zum Militär gehört sie zwingend dazu, das akzeptiere ich uneingeschränkt. Aber in allen anderen Bereichen erweckt sie in mir Unbehagen. Zu DDR-Zeiten habe ich die Blasmusik des Faschings immer mit der verglichen, die mir emotional den ganzen 1. Mai verübelt hat. Dieser Primitivismus war mir schon unheimlich, besonders im Null-Promille-Zustand. Meine Mutter hörte gern Ernst Mosch im Radio. Da war ich froh, dass ich ein eigenes Zimmer hatte (übrigens wurde vom DDR-Zoll eine Platte mit der Begründung beschlagnahmt, Ernst Mosch sei Revanchist. Was war denn da Lutz Jahoda mit seinen böhmischen Knödeln?). Wie gesagt: Es ist gut, dass es diese Musik gibt für den, der sie liebt. Im übrigen bin ich kein absoluter Gegner des Bläserischen. Aus meimen Empfinden heraus wäre es ein riesengroßer Verlust, gäbe es keine Trauermärsche. Trauer hat sehr viel mit Disziplin und großer Achtung vor dem Verstorbenen zu tun, auch mit Respekt vor dem unausweichlichen eigenen Weggang. Aus diesem Grunde höre ich einen Trauermarsch auch mal ohne Anlass, einfach aus Ehrfurcht vor dem Leben.

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RE: musikalische Stagnation

#21 von colorado ( Gast ) , 07.01.2010 12:47

" Ernst Mosch sei Revanchist. Was war denn da Lutz Jahoda mit seinen böhmischen Knödeln?)."

Das ist eine gute und berechtigte Frage, die Springer hier stellt. Es gab in der DDR - auch bei den Parteigenossen - eine heimliche und versteckte Nostalgie zum untegegangenen Deutschen Reich. Diese Gefühle wurden auch in verblümter Form musikalisch bedient. Im Westen spielte man nach wie vor " Heimat deine Sterne ". Dieses Lied war im Osten verboten, daher sang Fred Frohberg " Die Sterne der Heimat ". Freddy Quinn sang " Du brauchst doch immer wieder einen Freund ", Freddy Quinn war aber in der DDR ebenfalls als Revanchist verboten, deshalb sang Fred Frohberg " Zwei gute Freunde ". Einen Höhepunkt in dieser Richtung bildete Bärbel Wachholz mit " Damals war alles so schön ". Wenn dieser Titel 1963 rauskam, was meinte Frau Wachholz dann mit " Damals " ?


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RE: musikalische Stagnation

#22 von colorado ( Gast ) , 23.05.2010 17:08

Der Fachmann wird vermutlich schon eine bestimmte negative Entwicklung bemerkt haben. Durch die 30jährige Berieselung mit dem Einheitsrhythmus ist bei jüngeren Generationen bereits ein Primitivismus erkennbar. Diese Generationen wissen garnicht mehr daß es ausser Disco, Rock und Pop auch noch andere Rhythmen gibt. Warum jedoch ist niemand mehr in der Lage, etwas Neues zu bringen ? Warum hängt der heutigen Jugend nicht schon jener Sound zum Halse raus, nach dem bereits ihre Großeltern tanzten ( wenn man das so nennen kann )? Vor dem Discosound gab es sowas nicht, da suchten junge Menschen stets nach neuen Wegen, man wollte modern sein und nicht altmodisch, wollte nicht den alten Zopf der Eltern tragen. Diese Mentalität scheint bei der heutigen Jugend nicht mehr gegeben zu sein. Ist das alles nur Stagnation oder gar erste Anzeichen einer kulturellen Rückentwicklung ?

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RE: musikalische Stagnation

#23 von colorado ( Gast ) , 28.10.2010 13:56

Die rhythmische Vielfalt deutscher Schlager- und Volksmusik hat heute einen Stand erreicht welcher dem einiger Naturvölker der dritten Welt gleichkommt. Tendenz steigend.

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RE: musikalische Stagnation

#24 von colorado ( Gast ) , 27.05.2011 13:38

Die Fernseh-Parodie von Engelke/ Pastevka auf die heutige Schlager - und Volksmusikszene zielte schon in die richtige Richtung , war aber immer noch zu moderat gehalten.

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" Szene " made in ddr
musikalische Stagnation


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